SMART MOBILITY SERVICES

Intelligente Mobilität: Neue Anwendungen optimieren den Verkehr in Städten

Mobilität ist einer der Schlüsselfaktoren moderner Gesellschaften und eine Grundvoraussetzung für eine starke Wirtschaft und soziales Wohlergehen. Zur gleichen Zeit steht die städtische Mobilität neuen Herausforderungen gegenüber: Die Vergrößerung unserer Städte verlangt höhere Verkehrssicherheit, flüssigeren Verkehr und ökologische Nachhaltigkeit. Eine Lösung bieten innovative Informations- und Kommunikationstechnologien, die es ermöglichen bestehende Verkehrsinfrastrukturen optimal zu nutzen und zu verbessern. Sie bilden zudem die Grundlage für neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing, halb- oder vollautonome Fahrzeuge und den Transport mit verschiedenen Verkehrsmitteln, der auch alsintermodaler Verkehr bezeichnet wird.

Bild Smart Mobilitäts Services

Bereits heute nutzen Anwendungen diese Technologien – sogenannte Smart Mobility Services. Dabei greifen sie auf verteilte Daten aus verschiedenen Quellen zu, beispielsweise auf von in den Straßenbelag integrierten Schleifendetektoren, Floating-Car-Data, Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel und umgebungsbedingten, hochdynamischen Informationen. Sie verarbeiten direkte Anfragen ihrer Nutzer und ermöglichen darüber hinaus, gezieltere Entscheidungen in Bezug auf das Mobilitätsverhalten zu treffen – zum Beispiel bei der Wahl der Verkehrsmittel, der individuellen Fahrweise oder bei der Entscheidung für Carsharing- und Elektrofahrzeuge. Parallel dazu etablieren die Smart Mobility Services insgesamt eine nahtlosere, ökonomischere und nachhaltigere Mobilität in der Smart City.

Fraunhofer FOKUS erforscht seit über zehn Jahren intelligente Transportsysteme und Fahrzeugkommunikation im Rahmen internationaler Projekte und unterstützt seitdem die Weiterentwicklung der Fahrzeug-zu-Fahrzeug- (Car-2-Car) sowie der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (Car-2-I). Dabei handelt es sich um ein System, welches die Kommunikation zwischen verschiedenen Fahrzeugen oder zwischen Fahrzeugen und einer vernetzten Infrastruktur ermöglicht. Sowohl das fahrzeugeigene Funktions- und Kommunikationsnetz, als auch die Einbettung des individuellen Fahrzeugs in diese fahrzeugübergreifenden Netze sorgen für mehr Sicherheit und Effizienz im Verkehr und sind die Bausteine von Mobilitätsinnovationen.

Fraunhofer FOKUS entwickelt die Car-2-X-Kommunikation ständig weiter, um Fahrern neue Mobilitätsdienste – auch und speziell für Elektrofahrzeuge – anzubieten: logistische Dienstleistungen wie die Navigation zur nächsten freien Batterieladestation mit entsprechender Reservierung, aber auch neue Dienste wie die Navigation über „grüne Routen“, bei denen der Fahrer freiwillig aktuell stark belastete Stadtgebiete umfährt sowie die „Flexible Umweltzone“. Statt starrer Verbotszonen werden Umweltzonen flexibel und entsprechend der aktuellen Schadstoffbelastung gesteuert. Die mittels Car-2-X-Kommunikation direkt aus den Fahrzeugen ermittelten Emissionswerte werden anonymisiert an die entsprechende Verkehrsmanagementzentrale übertragen und dort ausgewertet. Somit ist zu jeder Zeit die aktuelle Schadstoffbelastung in einem bestimmten Areal bekannt und kann für Maßnahmen des Verkehrsmanagements verwendet werden.

Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen im Bereich Car-2-X-Kommunikation arbeitet Fraunhofer FOKUS an einer Referenzplattform. Mit ihr können Anwendungen auf einfache Art und Weise realisiert und getestet werden, die die Möglichkeiten modernster Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen. Eine Demonstrationsanwendung ist im Zusammenhang mit den Arbeiten zum neuen Personalausweis eine Identity-Management-Lösung für die sichere Authentisierung im Fahrzeug umgesetzt worden. Generell misst Fraunhofer FOKUS den Themen Identitätsmanagement, Datenschutz und Datensicherheit auch im Zusammenhang mit vernetzter Mobilität einen sehr hohen Stellenwert bei und bietet entsprechende Lösungen an.

Mit Hilfe von Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation stehen einzelnen Fahrzeugen, Verkehrszentralen und allen anderen Beteiligten Daten und Information in Echtzeit zur Verfügung. Darüber hinaus werden Mehrwertdienste ins Auto integriert. Internetbasierte Dienste können beispielsweise Musik-Streams abspielen oder die Kinder auf der Rückbank während der Urlaubsfahrt mit Lernspielen beschäftigen. Die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation ermöglicht außerdem die Abfrage verfügbarer Parkplätze und zeigt diese Informationen auf dem Display im Fahrzeug oder auf dem Smartphone an. Die Gebührenabrechnung wird automatisch für den Fahrer verarbeitet und die Parkplatzschranke automatisch geöffnet.