CITY DATA CLOUD: EINE PLATTFORM FÜR URBANE DATEN

Offene Daten für Transparenz, Bürgerbeteiligung und Innovationen

Informationstechnik durchdringt immer mehr die verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereiche. Daten und Informationen werden dadurch zu den wesentlichen Ressourcen in der Informationsgesellschaft. Das Ziel einer City Data Cloud ist es, Unternehmen, Organisationen und Bürgern der modernen Stadt einen vertrauenswürdigen Zugriff auf öffentliche Daten für eine gemeinsame Gestaltung von städtischen Prozessen zu bieten.

Die moderne Stadt sieht sich vermehrt in der Rolle des Dienstleisters. Die Verfügbarkeit offener Daten (Open Data) unterstützt sie dabei. Offene Daten umfassen kommerzielle und öffentliche, aktuelle und kontextsensitive Daten über städtische Infrastrukturen und Ressourcen als auch aggregierte Informationen. Bürger und Unternehmen können sich aktiv an der Bereitstellung und Nutzung der Daten und Informationen beteiligen.

Bild City Data Cloud

Offene Daten machen die Entscheidungen in einer smarten Stadt transparenter und vereinfachen Arbeitsabläufe im Alltag. Die City Data Cloud ermöglicht eine effiziente Bereitstellung, Analyse und Weiterverarbeitung der städtischen Daten in Diensten und Applikationen. Gemäß der EU-Richtlinie „Re-Use of Public Sector Information“ ist die Bereitstellung von offenen Daten unverzichtbar, um innovative und Future-Internet-basierte Dienste, neue Geschäfte, Transparenz und Beteiligung in urbane Räumen hervorzubringen.

Die von FOKUS konzipierte City Data Cloud bietet für die Bereitstellung von offenen Daten einen Pool von verteilten, hoch skalierbaren IT-Infrastrukturen für die Stadtverwaltung, Institutionen und Unternehmen einer Stadt. Da das Angebot und die Verwaltung offener Daten enorme und flexible IT-Leistungen  erfordern, eignen sie sich ideal für eine Cloud. Über die City Data Cloud können Mehrwertdienste beispielsweise für Verkehrsmanagement, Energieversorgung, öffentliche Dienste und die Müllentsorgung mit aktuellen Informationen versorgt werden.

Trotz der EU-Richtlinie und ihrer Übernahme in deutsches Recht besteht in Deutschland jedoch ein großer Nachholbedarf. Zum Stand der öffentlichen Daten in Berlin hat Fraunhofer FOKUS mit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen eine Vorstudie erarbeitet. Darauf aufbauend wurde in einer Analyse und in Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat der Stand zu offenen Daten detaillierter erfasst. Daraus resultierte die Berliner Open Data Agenda – eine Zusammenstellung von sechs Grundprinzipien, die wesentliche Empfehlungen für den Umgang mit offenen Daten formuliert.

Gemeinsam mit dem Berliner Datenportal BerlinOnline arbeitet Fraunhofer FOKUS derzeit daran,  ausgewählte offene Datenbestände zu erstellen und die nötigen Werkzeuge für die Nutzung und Verarbeitung zu konzipieren. Die Erfahrungen aus Berlin werden im Rahmen des europäischen Open Cities Projekts auf weitere Städte wie Barcelona oder Paris übertragen.
Die überaus positiven Ergebnisse zu offenen Daten für Berlin stimmen zuversichtlich, diese auch auf weitere Städte in Deutschland, Europa und weltweit zu übertragen:

  1. Die Etablierung von City Data Clouds als ein wesentliches Instrument zur Generierung neuer Unternehmenslösungen und neuer Unternehmen in einer Stadt, die einen wichtigen Beitrag zur wissensbasierten Re-Industrialisierung in hochindustrialisierten Ländern leisten kann.
  2. Die City Data Cloud soll ein Aushängeschild für Städte werden, das aufbauende innovative urbane Prozesse ermöglicht und die Städte eine führende Rolle bei der Umsetzung von offenen Daten und weiterführenden Smart Cities Szenarien einnehmen kann, die dadurch an Attraktivität und Innovationskraft gewinnen.

Fraunhofer FOKUS bietet jeder künftigen Smart City eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (SWOT-Analyse) ihrer Region und entwirft und begleitet Pilotprojekte für eine City Data Cloud. Dazu integriert Fraunhofer FOKUS Verwaltungsszenarien und hilft Städten bei der Einführung ihrer City Data Cloud.