MOBILITÄT

Mobilität ist in Städten seit Beginn der Urbanisierung ein zentrales Thema und ein wichtiger Motor für Wachstum und Fortschritt. Wenn früher Mobilität die Freiheit der Menschen bedeutete, sich mittels neuer Verkehrsmittel in wachsenden Städten unabhängig von Wohnort und Arbeitsstelle bewegen zu können, so wird heutzutage, zumindest in der westlichen Welt, die Verknüpfung von Verkehr und Kommunikation immer wichtiger, da die Verkehrsinfrastrukturen immer häufiger an ihre Grenzen stoßen und alternative Verkehrsmittel und -wege bzw. die optimierte Nutzung des Vorhandenen gefragt sind.

Intelligente Verkehrsplanung, Förderung des Nahverkehrs und eine bessere Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer in einer stadtweiten Kommunikationsinfrastruktur sind die Mobilitätskennzeichen einer Smart City. Weniger Staus, weniger Autos in der Innenstadt und der Ausbau eines weitgehend emissionsfreien Nahverkehrsnetzes haben letztendlich positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensqualität in Smart Cities.

Mobilität bedeutet nicht mehr nur, sich innerhalb einer Stadt frei bewegen und sich darauf verlassen zu können, dass Waren und Güter an ihren Bestimmungsort gelangen. Mobilität bedeutet heute auch, dass die Smart City Verkehrsflüsse eigenständig aufrecht erhält und flexibel auf Probleme reagiert. Zudem sorgt die neue Kommunikationsinfrastruktur dafür, dass Mobilität individuell planbar ist.  So werden Daten beispielsweise für eine barrierefreie Fortbewegung in der der Stadt und zum Nutzen aller bereitgestellt und in der Masse geteilt und aktualisiert. So entsteht ein stadtweites, offenes Mobilitätsnetzwerk durch permanenten Austausch aller Beteiligten für eine höchstmögliche Effizienz.

Das öffentliche Verkehrsnetz stellt zentrale Lebensadern einer Smart City dar. Es versorgt durch einen kontinuierlichen und geregelten Menschen- und Warenstrom die Stadt mit Leben und bringt alle an ihr Ziel. In einer intelligenten Stadt wird die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs gefördert, da dieser der Grundversorgung der Allgemeinheit dient. Wird er flächendeckend ausgebaut und seine Effizienz verbessert, kann er erheblich zur Entlastung der Verkehrswege und zur Emissionsreduzierung beitragen. Durch intelligente Verkehrslenkung trägt dann auch der Individualverkehr zu einem effektiveren und sicheren Verkehrsnetz bei. Bereits heute gibt es beispielsweise erste Smartphone-Apps, die Autofahrern Verkehrsinformationen in Echtzeit mitteilen oder Anwendungen, die die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur nutzen oder  ad-hoc-Mitfahrgelegenheiten für Kurzstrecken vermitteln, um  für mehr Effizienz und Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. Die Bereiche Verkehrslenkung und Fahrerassistenz bieten für den Individualverkehr noch einige Entwicklungschancen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien.

Das Internet trägt auch darüber hinaus zunehmend zur Verkehrsberuhigung bei: Durch die Loslösung vom Konzept des statischen Büroplatzes hin zur steigenden Akzeptanz der Telearbeit oder aber von netzgestützter kooperativer Arbeit an verschiedenen Orten werden viele Wege überflüssig. Fahrten zum Arbeitsplatz oder zu Besprechungen entfallen, weil Arbeitnehmer, besonders aber die wachsende Zahl der Selbstständigen, von zu Hause oder in Co-Working-Spaces in naher Umgebung arbeiten. So wirkt sich auch der Siegeszug des Online-Shoppings auf die Mobilität in den Smart Cities aus: Wege für den Kunden entfallen, Warenlieferungen im Einzelhandel nehmen ab. Ob dies steigende Lieferaufkommen der Zusteller kompensiert, bleibt zu analysieren.